Schornsteinfeger Kiel

Das Berufsbild des Schornsteinfegers

Es heißt, es bringt Glück einen verrusten Schornsteinfeger zu berühren. Er wird auf Glückwunschkarten abgedruckt und zu Silvester in Form kleiner Figürchen verkauft. Dieser Aberglaube ist auf das Mittelalter zurückzuführen. Damals fingen Häuser leicht Feuer und die Zahl der Hausbrände war bedeutend höher als heute. Um die Brandgefahr zu verringern, reagierten die Städte mit sogenannten Feuerordnungen. Viele dieser Feuerordnungen verpflichteten Hausbesitzer zur regelmäßigen Reinigung des Schornsteines. Kehrte ein Schornsteinfeger in ein Haus ein und verrichtete seine Arbeit, senkte er damit also die Brandgefahr und sorgte so für Sicherheit. Dies bedeutete für die Bewohner großes Glück.

Der Beruf des Schornsteinfegers ist heute noch immer so wichtig wie damals. Die Ausbildung zum Schornsteinfeger dauert drei Jahre. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss. Zu der Arbeit eines Schornsteinfegers gehört nicht nur die fachmännische Reinigung der Schornsteines selbst. Auch das Prüfen der Feuerungs- und Lüftungsanlagen und die Messung von Abgasen sind Teile der alltäglichen Aufgaben. Außerdem übernehmen Schornsteinfeger auch eine beratende Funktion: Sie klären Kunden über Brandschutz und Energieeffizienz auf. Sollte ein Schornstein Feuer fangen und es kommt zu einem Brand, so wird der Schornsteinfeger bei der Brandbekämpfung von der Feuerwehr häufig hinzugezogen. Neben einer Leiter und Messgeräten gehören natürlich auch Reinigungsgeräte zum Werkzeug eines Schornsteinfegers. Er verwendet unter anderem Ruß- und Schöpfkellen und verschiedene Arten von Bürsten, wie Leinsterne und Stoßbesen. Diese können aus verschiedenen Materialien bestehen, beispielsweise aus Nylon oder Edelstahl.

Bis Ende 2012 existierte in Deutschland das sogenannte Kehrmonopol, eines der letzten Monopole im deutschen Handwerk. Alle Arbeiten, die ein Schornsteinfeger verrichtet, wurden von demjenigen Betrieb erledigt, der zu dem entsprechenden Kehrbezirk gehört. Seit dem Jahr 2013 dürfen Haus- und Wohnungsbesitzer jedoch selber entscheiden, welcher Betrieb die anfallende Arbeit übernimmt und haben außerdem die Möglichkeit, über den Preis zu verhandeln. Der Konkurrenzkampf zwischen den Betrieben ist also gewachsen. Dies bezieht sich allerdings nur auf die Tätigkeitsbereiche Überprüfung, Kehren und Messen. Andere Aufgaben, wie beispielsweise die Abnahme von neu errichteten Schornsteinen oder Anlagen, liegen weiterhin in der Hand des für den Bezirk zuständigen Betriebs und sind an eine entsprechende Gebührenordnung gebunden. Im Demzember 2016 gab es in Deutschland etwa 9000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Schornsteinfeger.

Wie oft ein Schornsteinfeger kommen muss, ist gesetzlich und bundesweit einheitlich festgelegt. Die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜÖ) enthält alle entsprechenden Auflagen und Regeln. Im Jahre 2009 wurde sie ausgefertigt; eine Überarbeitung fand 2013 statt. Als kehr- oder überprüfungspflichtige Anlagen werden Abgasanlagen, Heizgaswege der Feuerstätten, Räucheranlagen und notwendige Verbrennungsluft- und Abluftanlagen aufgezählt. Wie der Name der Ordnung bereits sagt, wird zwischen Überprüfungen und Kehrungen unterschieden – je nach Brennstoff bzw. Art der Feuerstätte. Eine Überprüfung muss, abhängig von der Anlage, alle ein bis drei Jahre erfolgen. Zu reinigende Objekte müssen ein bis dreimal pro Jahr gesäubert werden. Einfluss auf diese Werte hat u.a. die Häufigkeit der Nutzung; eine regelmäßig benutze Feuerstätte muss folglich häufiger gereinigt werden als eine gelegentlich benutzte Feuerstätte. Auch das Alter von beispielsweise dem Kessel einer Heizung spielt eine große Rolle.