Schornsteine Kiel

Der Schornstein

Eine kurze Abahndlung über ein nützliches Bauelement

Es gibt sie in verschiedenen Formen und Farben, Höhen und Breiten: Schornsteine. Im Alltag wenig wahrgenommen, wollen wir heute einen näheren Blick auf diese je nach Heizungssystem unverzichtbaren Konstrukte werfen.

Wofür brauchen wir Schornsteine?

Beim Hausbau kommen Schornsteine dann zum Einsatz, wenn das Gebäude mit Hilfe von Verbrennung beheizt werden soll. Rauch und giftige Gase, die durch die Verbrennung von Öl, Gas oder Festbrennstoffen entstehen, werden durch den Schacht des Schornsteines nach draußen befördert. So breiten sie sich nicht im Haus aus. Hierbei wird von dem sogenannten Kamineffekt Gebrauch gemacht: Warme Luft steigt nach oben; im unteren Bereich entsteht dadurch ein Unterdruck. Die Frischluft, die dort nachzieht, facht das Feuer an. Aus diesem simplen Grund sind Schornsteine in der Regel vertikal gebaut. Ob dem Schornstein Frischluft hinzugefügt werden muss oder die Raumluft ausreichend ist, hängt von der Bauart ab. Der Schornstein kann sich außerdem entweder im Haus selbst oder außen an der Fassade befinden.

Die ersten Schornsteine gab es bereits im antiken Rom. Die Römer bauten damals sogenannte Hypokausten. Hierbei handelte es sich um eine Art Fußbodenheizung, die vor allem in Thermen eingesetzt wurde. Der Fußboden selbst wurde von geziegelten Pfeilern getragen. Unter ihm zirkulierte warme Luft, die aus einem speziellen Ofen stammte. Die warme Luft konnte schließlich über hohle Ziegel in der Wand entweichen. Dies stellt die erste bekannte Form des Schornsteins dar.

Noch konnte sich der Schornstein in der Geschichte der Menschheit allerdings nicht durchsetzen und die Leute lebten zunächst viele Jahrhunderte ohne Schornsteine. Häuser wurden darum nur ebenerdig gebaut. Der Rauch von Feuer- bzw. Kochstellen wurde über Löcher in der Decke oder Fenster abgezogen. Das sorgte nicht nur für viel Ruß im Haus, sonder war auch äußerst ungesund. Im 11. Jahrhundert wurden für Wohnhäuser schließlich die ersten Schornsteine installiert. Anfänglich bestanden diese aus Holz und Lehm; im 14. Jahrhundert stieg man dann auf Konstruktionen aus Stein um. Dieser Zeit entspringt auch der Beruf des Schornsteinfegers. Das Reinigen des Schornsteines bedeutete viel Arbeit und auch ein gewisses Risiko. Deswegen wurden Handwerker damit beauftragt, die von Stadt zu Stadt zogen. Aus Brandschutzgründen wurde der Schornstein bald durch städtische Verfassungen vorgeschrieben. Diese enthielten Regelung zur Bauform und zum Reinigen. Für Letzteres gelten noch heute in Deutschland die Gesetze in der sogenannten Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Das regelmäßige Reinigen des Schornsteins ist enorm wichtig, da sich abgelagerter Ruß entzünden und einen Brand auslösen kann.

Im Laufe der Zeit fand der Schornstein dann nicht nur an Wohnhäusern seinen Platz, sondern – mit der Erfindung der Dampfmaschine – auch auf Schiffen und Dampflokomotiven. Nicht zuletzt spielt er auch in der Industrie und bei Kraftwerken eine wichtige Rolle. In der heutigen Zeit dient der Schornstein zudem nicht immer ausschließlich dem Rauchabzug: Große, industrielle Schornsteine werden wegen ihrer Höhe teilweise mit Sendeantennen für Radio und Fernsehen ausgestattet oder dienen als Hilfe bei Vermessungsarbeiten. Den größten Schornstein der Welt findet man übrigens in Ekibastus, einer Stadt in Kasachstan. Er gehört zu einem Kraftwerk und misst beeindruckende 422 Meter.